„Wölfe und Königspudel vergleichende Verhaltensbeobachtung“

Eine ganz kleine Zusammenfassung aus der Doktorarbeit von Herrn Erik Zimen, der leider im Mai 2003 verstarb.
Hiermit möchte ich mich bei Frau Wahner herzlich bedanken, dass sie das möglich gemacht hatte und ich von seiner Frau Mona Zimen ein Exemplar der Doktorarbeit ihres Mannes erhalten habe, da dies ja nicht im Buchhandel erhältlich ist, aber wie man sieht hat sich die Jahre lange Suche doch gelohnt.

Erik Zimen studierte in Zürich Zoologie und Ethnologie und promovierte beim Haustierexperten Professor Wolf Herre am Kieler Institut für Haustierkunde über das Verhalten von Pudeln und Wölfen (Wölfe und Königspudel – Ein Verhaltensvergleich); Schon für seine Doktorarbeit (begonnen Anfang 1967) verpaarte Zimen Wölfe und Königspudel.

Da vergleichende Untersuchungen über das Verhalten verschiedener Hunderassen vorliegt, schien es Zimen ratsam den Verhaltensvergleich Wolf – Hund vorerst nur auf eine Hunderasse zu beschränken, ob gleich ihm bekannt war, dass auch innerhalb der gleichen Hunderasse die Variabilität bemerkenswert sein kann und sich die Zuchtziele in verschieden Ländern und zu verschiedenen Zeiten nicht gleichen. Als Rasse wurde der Großpudel (Königspudel) gewählt. Diese Rasse scheint aus zwei Gründen zu einem Vergleich mir dem Wolf bestens geeignet. Erstens sind die Königspudel relativ große Tiere, wenn auch nicht ganz so groß wie die Wölfe, und zweitens ist der Königspudel eine der wenigen großen Rassen, die nicht als Gebrauchshunde auf ganz spezialisierte Verhaltensmerkmale, sondern als sozial anpassungsfähiger Hund und Menschenbegleiter, gezüchtet worden ist.

Und so entstand der PUWO oder WOPU eine Kreuzung zwischen Königspudel und Wolf!

Puwo und Wopu, diese beiden Namen setzen sich aus den ersten beiden Buchstaben der jeweiligen Elternunterarten zusammen Pudel und Wolf (Puwo) oder die umgekehrte Verpaarung Wolf und Pudel (Wopu). Sie wurden in den 60er Jahren von Erik Zimen gezüchtet, um die Evolution des Verhaltens von Wolf und Haushund zu studieren und da war der Königspudel bestens geeignet. Dabei studierte er besonders die F1-Generation und die F2-Generation, die dann durch Verpaarung von Puwos oder Wopus untereinander entstand.

Das Verhalten des Hundes, wie wir ihn heute kennen, ist laut Erik Zimen von rassespezifischen Schwankungen einmal abgesehen zu 64% mit dem des Wolfes identisch. 23% sind mehr oder weniger verändert und 13% fehlen ganz.

Wer hätte das gedacht, der Königspudel der von den meisten verkannt und belächelt wird, war für diese Vorhaben am besten geeignet. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass der Königspudel ein faszinierender Allrounder ist. Nicht umsonst ist er in der Rangliste der Hunde nach Gehorsam und Arbeitsintelligenz an 2. Stelle.

 

Diese experimentellen Züchtungen sind jedoch nicht als Haushunde geeignet
Hier ein Foto von den Puwo´s -  Königspudel - Wolfverpaarung!

Äußerlich einheitliche F1-Mischlinge aus Pudel und Wolf, die genetisch
vielfach mischerbig sind.